Daten
- Einwohner:
4329 (6. Juli 2005)
- Fläche:
248.99 km²
- Seehöhe: 1000
m
Neustift ist
(nach Sölden und Matrei) die flächenmäßig
drittgrößte Gemeinde Tirols und eines der
wichtigsten Tourismuszentren Österreichs mit über
1 Mio. Nächtigungen pro Jahr.
Von weitem
erkennbares Wahrzeichen ist neben den
verschneiten Gletscherbergen die Pfarrkirche zum
Hl.Georg, Tirols zweitgrößte Dorfkirche.
Lage
Neustift
befindet sich mitten in der Tiroler Bergwelt,
ca. 20 min. oder 25 km südlich der
Landeshauptstadt und Olympiastadt von 1976
Innsbruck gelegen. Das breite Stubaital zählt
zu den schönsten Hochgebirgstälern Tirols. Am
Eingang des Tales erheben sich wuchtige
Kalkmassive. Im hinteren Tal steigen die Gneis-
und Granitgipfel mit 109 Dreitausendern bis zum
ewigen Eis empor. Viele Gletscher bilden auf 15
Quadratkilometern das größte
Ganzjahresskigebiet Österreichs. Gemeinsam mit
den Anlagen in den übrigen drei Revieren laufen
talweit 42 Bahnen und Lifte.
Neustift ist mit
Innsbruck durch eine Autobuslinie der
Stubaitalbahn AG verbunden.
Ortsteile
Neustift im
Stubaital besteht aus den Ortsteilen Kampl,
Neder, Dorf, Scheibe, Milders, Oberberg,
Stackler, Lehner, Krössbach, Neugasteig,
Gasteig, Volderau, Ranalt und Muttersberg
mit der für einen tiroler Tourismusort üblichen
Infrastruktur.
Tradition
und Brauchtum
Die meisten Bräuche
unserer Heimat sind seit alters vom religiösen
Leben und vom Ablauf des bäuerlichen
Arbeitsjahres bestimmt. Mit dem Wandel der rein
bäuerlichen Dorfgemeinschaft zur heutigen
Gesellschaft haben manche alte Bräuche im
Bewusstsein vieler Menschen ihren Sinn eingebüßt
- oft haben sich auch neue Bräuche gebildet,
die den Lebensformen der heutigen Gesellschaft
besser entsprechen.
Auch heute noch
tragen Kinder am Palmsonntag Palmbuschen zur
Palmweihe in die Kirche. Früher erhoffte man
sich von den geweihten Palmzweigen für Mensch
und Vieh Schutz vor Bösen insbesondere bei
Gefahren durch Unwetter.
Christi
Himmelfahrt, Fronleichnam und der Hohe Frauentag
sind auch heute noch hohe Festtage, welche mit
einer Prozession festlich gefeiert werden.
Die
Herz-Jesu-Feuer, der Michaeli Markt und das
Erntedankfest im Spätherbst zählen zu weiteren
Eckpfeilern dieser Kultur.
Ein Stubaier
Mann musste bei der Hochzeit haben:
- Eine breite
Hand, damit er viel durch die Finger sehen
kann
- Einen großen
Hals, damit er viel schlucken kann
- Eine feste
Leber, weil viel drüber kriecht
- Ein
steinhartes Herz, damit er die Stiche nicht
spürt
Am Hochzeitstag
legte die Braut ein ihr gehöriges Kleidungsstück
über die Hose des Mannes, dann hatte sie die
Hose an.
Nicht alle Bräuche
haben das 21. Jahrhundert erreicht, aber zum Glück
wird im Stubaital Tradition und Brauchtum schon
allein um des Tourismus Willen noch aufgeführt.
Geschichte
Um 1000 wurde das
Stubaital unter Stupeia erstmals urkundlich erwähnt,
dann 1400 wurde die Großgemeinde Stubai in fünf
kleine Gemeinden gegliedert: Telfes, Schönberg,
Mieders, Fulpmes und „im Tal“.
Obschon der Name
Neustift in Urkunden aus dem 14. Jahrhundert als
„Niwenstift im tal ze Stubai“ aufscheint,
dauerte es Jahrhunderte, bis sich neben der
Ortsbezeichnung „im Tale“ der heutige Name
Neustift durchsetzte.
Die "Tholer",
so werden die Einwohner von Neustift heute noch
genannt. Flur-, Alm- und Hausnamen deuten auf
eine vorrömische Besiedelung hin. Kaiser
Maximilian war zur Hirsch-, Gams- und Saujagd im
hinteren Stubaital. 1505 stiftete er eine
Kapelle, aber erst 1868 erhielten die Neustifter
einen eigenen Seelsorger
Als Kaiser
Augustus mit seinen Legionen 15 v. Chr. gegen
Norden vordrang, wurde auch das hier lebende
Bergvolk und ihr Gebiet als Provinz Rätien
unterworfen. Im folgenden hinterließen die Römer
durch ihre Verwaltung und später durch die
Christianisierung ihre Spuren. Vorgeschichtliche
Funde aus der frühen Bronzezeit (etwa 1800 -
1000 v. Chr.) ebenso wie die vielen rätoromanischen
Flurnamen zeigen, dass das Tal seit alters her
besiedelt war.
Namen wie
Falbeson (val busana - "Sacktal") oder
Ranalt (rovina alta - "hohe
Mure"), die zwei letzten Dauersiedlungen,
oder Tschangelair (cingularia - "Einzäunung"),
die erste Alm hinter Ranalt am Talboden,
erzählen von Nutzung und Wahrnehmung der
Landschaft durch die ältesten historisch
fassbaren Siedler.
1516 wurde die
erste Kirche Neustifts vom Brixener Bischof dem
hl. Georg geweiht. 1772 fiel diese einer
Feuerbrunst zum Opfer. Im Jahre 1768 hatte man
bereits mit dem Bau der heutigen Kirche
begonnen, da die ursprüngliche bereits zu klein
geworden war. Der Pfarrer Franz de Paula Penz
war der Erbauer der eindrucksvollen Neustifter
Dorfkirche. Er war einer der genialsten
Kirchenbaumeister des Spätbarock in Tirol.
1812 wurde Neustift
zu einer selbstständigen Pfarre. Von außen
wirkt die Kirche zum hl. Georg, ein Rokokobau im
Dorfzentrum, sehr schlicht, der Innenraum ist
aber sehr prächtig und mit Fresken namhafter
Meister gestaltet. Die Pfarrkirche in Neustift
ist Tirols zweitgrößte Dorfkirche.
(Quellenangabe: wikipedia.de) |